In einem weißen Ambassador schaukelten wir durch ein sehr ländliches Tamil Nadu.
Dieser Teil des Staates wird kaum von westlichen Touristen besucht und wir
trafen hier fast nur auf indische Pilger.
Als wir im Kinderheim eintrafen umringten und klatschten alle Kinder zur
Begrüßung.
Es war einfach überwältigend, wirklich HIER zu sein, die Kinder zu sehen,
einfach alles!
Nach der allgemeinen Begrüßung wurden wir erst einmal in das Büro
geführt. Dann kam der große Augenblick, in dem meine Patenkinder
ins Büro geführt wurden. Beide sahen mich schüchtern und
erwartungsvoll an. Mir fehlten in diesem Moment die Worte und ich lächelte
sie einfach nur an (überhaupt konnte ich bei diesem Besuch kaum aufhören
zu lächeln). Ich gab ihnen die Geschenke, die ich mitgebracht hatte und
wir machten ein Foto.
Unterdessen hatten die anderen Kinder in der Halle Platz genommen und
warteten auf uns. Die Kinder sangen für uns "Frère Jacques" und ein Lied
auf Tamil. Dann wurde der Kassettenrecorder
aufgebaut und einige Kinder tanzten für uns, anschließend sangen noch
einige Mädchen.
Da es mittlerweile Zeit fürs Mittagessen war,
beendeten wir die Darbietungen und der Leiter des Kinderheimes machte
mit uns noch einen kleinen Rundgang über das Gelände. Wir sahen die Dispensary (an der gerade
gebaut wird), den Garten und die Küche.
Nach dem Essen gingen wir mit den Kindern hinaus ins Freie.
Ich verständigte mich hauptsächlich mit Händen und
Füßen, da die Englischkenntnisse der Kinder für eine richtige Unterhaltung
nicht ganz ausreichten (sicher auch, wegen der ungewohnten Situation).
Wir hatten trotzdem eine schöne Zeit miteinander! Wir spielten einfache
Spiele miteinander, sangen und zeigten
mit dem Finger auf Gegenstände oder Körperteile und nannten den jeweiligen
Namen auf Tamil, Deutsch und Englisch. Zwischendurch kam immer mal wieder
ein Kind und brachte etwas zu trinken oder Obst, uns wurde ein Punkt auf
die Stirn gemalt und eine Rose ins Haar gesteckt.
Irgendwann kamen einige Kinder auf die Idee, sich unsere
Namen auf ein Stück Papier schreiben zu lassen - und auf einmal waren
wir nur noch am Autogramme geben.
Die Stunden vergingen wie im Flug, und gegen 17:00 Uhr wurde es leider
schon Zeit für uns, wieder aufzubrechen.
Wir saßen noch einmal kurz mit
dem Leiter des Kinderheimes und seiner Frau im Büro,
wo wir uns nochmals für den wunderschönen Aufenthalt bedankten, ins
Gästebuch schrieben und ein weiteres Foto gemacht wurde. Dann
verabschiedeten wir uns von den Kindern, die uns noch lange hinterher
winkten, als das Auto davonfuhr.
Mit Worten lässt sich nur schwer beschreiben, wie schön dieser Besuch war!
Die Kinder zu sehen, mit ihnen zu reden, zu spielen. Die ganze Atmosphäre
im Heim, zwischen Mitarbeitern und Kindern und auch bei den Kindern
untereinander war getränkt von Herzlichkeit, Wärme und Liebe. Man konnte
wirklich spüren, wie sehr die Kinder den Verantwortlichen am Herzen
liegen, wie sehr sie sich dafür einsetzen, dass es ihnen gut geht.
Es war ein unvergesslicher Tag und ein
wahrer Höhepunkt unserer Indienreise.
E. Schwarz
27. Februar 2005 |